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28.09.2005

Bedeutender Zuchtfortschritt in der deutschen PIC-Piétrain-Population


Zuchtziele für PIC-PiétrainSeit rund fünf Jahren bietet die PIC reinrassige Piétrain-Endstufeneber an, Zeit für einen Rück- und Ausblick auf die erreichten züchterischen Fortschritte.
Die PIC-Piétrain-Eber werden allesamt nach einem BLUP-Gesamtindex rangiert und dementsprechend ausgesucht. Mit diesem Gesamtzuchtwert werden verschiedene Einzelmerkmale ökonomisch gewichtet zu einem Wert zusammengefasst, der es ermöglicht, die Tiere unter gleichzeitiger Berücksichtigung mehrerer Merkmale zu beurteilen.

Genetische Entwicklung in der deutschen PIC-Piétrain-Population - Merkmale der Schlachtleistung -Im Jahr 2003 wurde dieser Gesamtindex neu gewichtet, indem verstärkter Druck auf Merkmale gelegt wurde, die positiv die Masteigenschaften beeinflussen. So wurde der Gesamtzuchtwert für die deutsche PIC-Piétrain-Population sehr stark in Richtung Magerfleisch verschoben. Seitdem bestimmt das Merkmal Magerfleischanteil zu ca. 95 % den Gesamtzuchtwert.
Inzwischen lassen sich auch deutliche Fortschritte dokumentieren (s. Abbildung - mit Klick Vergrößern).

Ein Genauigkeitsplus konnte zudem durch den Einsatz des bildgebenden Ultraschallgerätes ALOKA erzielt werden, denn mit den bis dahin eingesetzten Renco-Lean-Meter-Geräten war eine untere Grenze der Messbarkeit der Rückenspeckdicke erreicht, so dass sich durch die nicht vorhandene Varianz ein züchterisches Plateau ergab. Mit dem ALOKA-Gerät kann nun sowohl die Rückenspeck- als auch zusätzlich die Rückenmuskeldicke exakt gemessen werden.
Vorteil hiervon ist, dass durch die neu gewonnene Varianz in diesen beiden Merkmalen der Zuchtfortschritt deutlich erhöht werden kann. Monatliche Vergleiche der am lebenden Tier mit ALOKA gemessenen Werte mit den bei der Schlachtung real ermittelten Werten ergeben sehr hohe Korrelationen (0,85), was sich schon jetzt überaus positiv auf die Genauigkeit der Zuchtwertschätzung ausgewirkt hat.
Gleichzeitig hat es sich die PIC generell zum Ziel gesetzt, Mäster in die Lage zu versetzen, ihre Produktion mit Hilfe von PIC-Genetik gesamtwirtschaftlich zu optimieren. Aus diesem Grund wird in der PIC-Zuchtwertschätzung die Verbesserung der Merkmale Tageszunahmen und Futteraufnahme bzw. Futterverwertung nicht außer Acht gelassen. Denn allein die Verbesserung der Futterverwertung um 0,1 bringt ökonomisch genauso viel wie die Verbesserung des Muskelfleischanteils um einen ganzen Prozentpunkt. Eine Steigerung der Tageszunahmen um nur 20 g steigert die Wirtschaftlichkeit in gleichem Maße wie die Verbesserung des Muskelfleischanteils um 0,25 Prozentpunkte. Diese Erkenntnisse flossen in die Gewichtung der einzelnen Merkmale in der PIC-Zuchtwertschätzung und brachten insbesondere für die Merkmale der Mastleistung enorme Leistungszuwächse.
Hinzu kommt eine Genauigkeitssteigerung und Absicherung der Zuchtwerte durch die Einbeziehung von Markerinformationen wie z. B. den PT1-Marker, der Informationen zur genetischen Veranlagung des jeweiligen Tieres in punkto Futteraufnahme gibt, die gleichzeitig den Muskelfleischanteil und die Tageszunahmen beeinflusst.

Wirtschaftliche Zuchtziele in der Schweineproduktion

Aktueller Leistungsstand der PIC-Piétrain-Population in Deutschland
(Selektionsjahrgang 2005)


Alle
Top 10 %
Diff. Top 10 % zu ALLE
Lebenstagszunahmen, g
683
643
-40
Testtagszunahmen, g
918
842
-76
Rückenspeck, mm
6,8
7,0
+ 0,2
Muskeldicke, mm
65,6
76,8
+11,2
MFA, %
63,5
65,5
+ 2,0
Die Top 10 % der 2005 selektierten PIC-Piétrain-Eber weisen 2 Prozentpunkte mehr Muskelfleisch auf, was einem ökonomischen Vorteil von 72,-- € entspräche, die 76 g geringeren Test-/Masttagszunahmen verringern diesen Vorteil um ca. 33,-- € auf rund 39,-- €.

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