
Eber aus Aurora - Hochleistungsgenetik aus dem Genetischen Nukleus Im Jahre 1997 hat die PIC ihre Zuchtstruktur grundlegend reformiert, um den wachsenden Ansprüchen an neue Merkmale und neue Technologien, wie z.B. computergesteuerte Abruffutterstationen oder ALOKA-Geräte zur Messung von Rückenspeck- und Muskeldicke, gerecht zu werden. Dabei wurde die sehr kostenintensive Leistungsprüfung von Ebern und Sauen auf wenige so genannte Genetische Nukleusbetriebe konzentriert.
Derzeit sind dies die Betriebe Cazals in Frankreich (2.500 Sauen), Blue Grass, Kentucky, USA (1.750 Sauen) und Aurora, Saskatchewan, Kanada (2.500 Sauen). War es 1997 noch der Nukleusbetrieb Cazals, der der PIC Deutschland die Nukleuseber zur Verfügung stellte, so ist es aus Gründen der Risikoabsicherung der europäischen PIC Zuchtpyramide seit 2002 der Betrieb Aurora. Dort werden die Leistungsprüfungen für die deutschen Nukleuseber, die über drei KB-Stationen im Nukleus-, Vermehrungs- und Closed Herd Bereich eingesetzt werden, durchgeführt. Auch wenn der Test für einen Großteil der eingesetzten Eber nicht mehr in Deutschland durchgeführt wird, so hat selbstverständlich die PIC Deutschland nach wie vor die Verantwortung für die Selektion der richtigen Reinzucht-Eber nach einem speziellen Deutschland-Index, der die ökonomisch wichtigen Merkmalen den deutschen Marktanforderungen entsprechend berücksichtigt.
Alle drei Monate, also vier Mal pro Jahr, werden Reinzuchteber verschiedener Linien aus Kanada nach Deutschland importiert. Bis sie in Deutschland in den KB Einsatz gehen, haben sie einiges von der Welt gesehen. Eine eigene Abteilung kümmert sich bei der PIC weltweit um die Organisation und Durchführung derartiger "Genetik-Transfers". Dieser gezielte Austausch von Genetik kann dabei – selbstverständlich unter hohen gesundheitlichen Anforderungen - über Eber, Sauen, Frischsperma, Tiefgefriersperma oder Embryonen erfolgen. Geprüft und selektiert mit ca. 120 kg werden die Eber in Aurora anschließend in einen speziellen LKW verladen, der sie über rund 1000 km durch Kanada nach Toronto zum Flughafen bringt. Der Nukleus Aurora hat eine ausschließlich für den Betrieb eingerichtete LKW-Waschanlage, damit bei den dort üblichen tiefen Temperaturen im Winter eine einwandfreie Desinfektion der Fahrzeuge jederzeit möglich ist. In Toronto erfolgt die Verladung aus dem LKW gruppenweise in bequeme Transportkisten, die mit Sägespänen und Wasserbehältern in Form von Rohren mit Nippeltränken versehen sind. Das Platzangebot ist für die Tiere weitaus größer, als man es menschlichen Passagieren auf internationalen Flügen zumutet.
Die Verladung erfolgt in den hinteren Bereich des Fracht-Flugzeuges der Air Canada. Das ist von Vorteil für die menschlichen Passagiere im vorderen Bereich, da die Besprühung der Eber mit Duftsprays nur kurzfristig anhält. Dann geht es über den Atlantik nach Frankfurt, wo nach der Landung eine speziell hygienisch abgesicherte Quarantäne die Tiere während der Zollabfertigung aufnimmt. Ein professionelles Unternehmen am Flughafen Frankfurt unterstützt die PIC bei der Durchführung der Zollabfertigung und den notwendigen veterinärmedizinischen Kontrollen. In der Regel werden die Importe für Deutschland kombiniert mit Importen für die PIC in Dänemark und Polen, da auch für diese Länder der Importflughafen Frankfurt ist. ![]() In Frankfurt werden die Eber dann auf PIC-Fahrzeuge verladen, die sie in jeweils eine der Quarantänen der drei PIC-Besamungsstationen bringen. Der gesamte Transport geht auch an den Tieren nicht ganz spurlos vorbei, wie die Menschen zeigen auch sie einen „Jet-lag“ nach dem Flug. Nachdem sie die Quarantäneperiode durchlaufen haben und alle Gesundheitsschecks negativ ausgefallen sind, geht es in die Besamungsstation, wo sie dann ihrer eigentlichen Profession nachgehen und genetisch hochwertiges Sperma zur Produktion der nächsten PIC Generation produzieren. |
PIC-Endstufeneber |