
Fütterungsgrundlagen für die Aufzucht von JungsauenAn Zuchtsauen werden zunehmend steigende Anforderungen gestellt. Niedrige Ausfallquoten der Sauen nach den ersten Würfen, damit ein möglichst großer Anteil in den Bereich der leistungsstärksten Wurfnummer gelangt, sind dafür eine wichtige Voraussetzung wie auch eine optimale Rückenspeckdicke bei der Zuchtbenutzung. Belastbare Fundamente setzen eine ausreichende Mineralisierung der Knochen voraus. Schäden an den Knorpeln und damit einhergehende Lahmheiten können ihre Ursachen in einer unausgewogenen Mineralstoffversorgung der Tiere haben. Neben vielen anderen Einflüssen ist die Bedeutung von Futter und Fütterung insgesamt aber erheblich. PIC-Jungsauen werden grundsätzlich restriktiv aufgezogen. Aufgrund des Zuchtfortschrittes in Futtermengenaufnahme und Futterverwertung sowie des hohen Gesundheitsstatus könnten PIC-Jungsauen mühelos über 1.000 g Tageszunahmen realisieren. Für die Fundamententwicklung und somit auch für die spätere Lebensleistung wäre dies aber fatal. Die PIC sieht die optimalen Lebenstagszunahmen der für die Mastferkelproduktion benötigten Jungsauen in einem Bereich zwischen ca. 490 und knapp unter 600 g pro Tag. Zur Einschätzung der Lebenstagszunahmen bei der Jungsauenselektion dient das bei der PIC angewandte so genannte korrigierte Alter. Das ist das Alter der Jungsauen bei einem theoretischen Gewicht von 90 kg. Es soll zwischen 152 und 185 Tagen liegen. Gesundes, aber nicht zu schnelles Wachstum im Flatdeck Bereits im Flatdeck sollen die Zuchtferkel nicht ihr genetisches Potential für Tageszunahmen voll ausschöpfen. Auch hier zeigen sich bereits Beinstellungsfehler, die zusätzlich durch z.B. Kunststofffußböden und enge Aufstallung verstärkt werden. Als optimal sehen wir heute im Flatdeck eine Dreiflächenbucht an, wobei ein Drittel mit einer Betonoberfläche versehen ist. Der physiologisch notwendige Klauenabrieb wird dadurch unterstützt. Durch eine optimale Gestaltung der Umweltverhältnisse nach dem Verbringen der Ferkel ins Flatdeck sollen diese zügig aus der empfindlichen Absetzphase herauswachsen, insgesamt sind wir aber mit Tageszunahmen der Zuchtferkel um 400 g im Flatdeck zufrieden. Voraussetzungen für genügend Rückenspeckbildung schaffen, aber restriktiv aufziehen! In der eigentlichen Aufzuchtphase der Jungsauen liegen die Tageszunahmen in einem Bereich um 700 g pro Tag. Erreicht werden diese Tageszunahmen i. d. R. durch die Fütterung am Quertrog mit der Flüssigfütterungsanlage. Der Energiegehalt im Futter liegt trotz der mengenmäßigen Futterzuteilung durch die Flüssigfütterungsanlage zwischen 12,2 und 12,6 MJ ME pro kg Futter. Damit die Jungsauen unter den Bedingungen der rationierten Aufzucht genügende Mengen an Rückenspeck bilden können, werden sie relativ arm mit Aminosäuren versorgt. Durch dieses Aminosäuren/Energie-Verhältnis wird sichergestellt, dass trotz rationierter Aufzuchtbedingungen die Jungsauen in die Lage versetzt werden, Rückenspeck zu bilden. Bei der Auslieferung der Jungsauen mit ca. 95 bis 100 kg Lebendgewicht liegt die mittlere Rückenspeckdicke bei etwa 12 bis 13 mm. Diese Rückenspeckdicke muss dann natürlich innerhalb der Quarantänisierungs- und Eingliederungsphase noch deutlich erhöht werden. Genügend Mineralstoffe für einen gesunden Knochenaufbau Die PIC hat die Erwartung an ihre Jungsauen, dass sie mit vollen Depots an Mineralstoffen ausgeliefert werden. Diese reichliche Versorgung mit Mineralstoffen beugt mineralstoffbedingten Problemen während der Aufzucht vor, kann aber auch vorübergehende Mangelsituationen auf dem Kundenbetrieb abpuffern. Gerade bei Jungsauen mit einer sehr hohen Fruchtbarkeit, die oft schon auf dem Niveau von Altsauen liegt, dürfen keine durch die begrenzte Futtermengenaufnahmekapazität während der ersten Säugezeit und damit einhergehenden Demineralisierung der Knochen fundamentbedingten Ausfälle vorprogrammiert werden. Im Jungsauenaufzuchtfutter I (12,6 MJ ME) soll der Calciumgehalt bei 9 g/kg, der Phosphorgehalt bei 7 g/kg Futter liegen. Im Jungsauenaufzuchtfutter II (12,2 MJ ME) wird der Calcium- bzw. Phosphorgehalt dann auf 8,5 g bzw. 6,5 g je kg Futter reduziert. Beim Einsatz von phytasehaltigem Futter (500 U) sind die Brutto-Mineralstoffmengen bis jeweils 0,5 g reduziert bzw. wird auf der Basis von verfügbarem Phosphor gearbeitet. Wir geben den Jungsauenaufzüchtern vor, dass mindestens 1 g Phosphor aus Monocalciumphosphat, d.h. aus der Phosphorquelle mit der höchsten Verfügbarkeit, stammt. Vitaminversorgung nicht unterschätzen Auch der Vitaminversorgung muss die nötige Sorgfalt geschenkt werden. Insbesondere die Biotin-Versorgung ist für eine Sicherstellung der Klauenstabilität essentiell. Mindestens 200 µg pro kg Futter müssen vorhanden sein. Auch auf Folsäure kann im Jungsauenaufzuchtbereich nicht verzichtet werden. Mit einem einfachen Mastfutter oder einem entsprechend unzureichend ausgestatteten Mineralfutter im Falle eines Eigenmischers ist es deshalb nicht getan. |
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