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Informationsveranstaltung der PIC Deutschland GmbH und
der VION Zucht- und Nutzvieh GmbH
in der Lehr- und Versuchsanstalt Futterkamp

Wie auch in den vergangenen Jahren lud die PIC und die VION Zucht- und Nutzvieh GmbH (ehemals NFZ Zucht und Nutzvieh) Interessierte der Schweinebranche zu einer Informationsveranstaltung in Schleswig-Holstein, dieses Mal in der Lehr- und Versuchsanstalt Futterkamp, ein. Mit über 70 interessierten Zuhörern kam der Vortragsraum „Bokelholm“ an seine Grenzen, jedoch wird deutlich, dass Landwirte, Tierärzte und Berater nach wie vor großes Interesse haben sich zu informieren, weiterzubilden und mit Schweinefachleuten gemeinsam zu diskutieren. Auch der Zeitpunkt (23. Mai 2006) zwischen Säen und Ernten sowie das regnerische Wetter erlaubte den Schweinehaltern, die gleichzeitig Ackerbau betreiben, an der Veranstaltung teilzunehmen.

Den Startschuss der Veranstaltung gab Jürgen Jungermann (VION Zucht- und Nutzvieh GmbH) mit einem kurzen Überblick über die VION Zucht- und Nutzvieh GmbH. Als einer der wichtigsten deutschen Lebendviehvermarkter gilt sie als fester Bestandteil der VION Foodgroup, einer Sovion-Tochter mit 6,8 Mrd EUR Umsatz und über 12.000 Mitarbeitern. In der VION-Foodgroup sind die ehemaligen Fleischkonzerne Nordfleisch, Südfleisch, Moksel, Dumeco und Hendrix Meat zusammengefasst. Jürgen Jungermann zeigte anschließend auf, wie er die aktuellen Trends und Entwicklungen am Schweinemarkt sieht. Er stellte dar, dass die Preise auf den Absatzmärkten mehr und mehr vom Geschehen der Weltmärkte dominiert werden und vor allem einzelne stark exportorientierte Erzeugerländer wie Brasilien und Dänemark die Preise für Teilstücke nachhaltig beeinflussen. Hervorzuheben seien hier auch die niedrigen Produktionskosten südamerikanischer Länder. Diese liegen mit 0,99 €/kg Schlachtgewicht (Brasilien) deutlich unter den deutschen Produktionskosten von 1,34 €/kg Schlachtgewicht.

Die ersten Erfahrungen mit dem Impfstoff gegen Circovirus (PCV2) stellte Dr. Annette Brune von der Firma Merial vor. Hierbei handelt es sich um eine Mutterschutzimpfung der Sau, deren Wirksamkeit derzeit in einigen Testbetrieben untersucht wird. Besonders wichtig für die Wirksamkeit des Impfstoffes ist die ausreichende Kolostrum-Aufnahme der Ferkel für eine nachhaltige passive Immunisierung. Nach bisherigen Erkenntnissen verringern sich die Verluste im Flatdeck und ebenso in der Mast. Auch eine Reduzierung von Fruchtbarkeitsproblemen bei den Sauen ist festzustellen, wobei die Grundimmunisierung der Jungsauen vor der ersten Belegung abgeschlossen sein sollte. Die Zulassung des neuen Impfstoffes erfolgt voraussichtlich Ende 2006.

Thema des diesjährigen Zuchtvortrages war die weitere Steigerung der lebend geborenen und abgesetzten Ferkel in der PIC-Vermehrung und auf Kundenbetrieben. Dr. Katrin Kirchner stellte dar, durch welche züchterischen Maßnahmen eine weitere Leistungssteigerung in den Fruchtbarkeitsmerkmalen erreicht werden konnte. Besonders hervorzuheben ist die starke Gewichtung auf die Fruchtbarkeitsmerkmale Wurfgröße und Ferkelüberlebensrate bei den PIC-Sauenlinien. Mit den abgesetzten Ferkeln verdient der Landwirt sein Geld und die Auswertungen der Erzeugerringe zeigen, dass vor allem bei der Verringerung der Ferkelverluste ein deutlicher Handlungsbedarf besteht. Aus diesem Grund hat die PIC bereits Mitte 2003 das Merkmal „Ferkelüberlebensrate“ mit in die BLUP-Zuchtwertschätzung integriert. Dass sich diese kontinuierliche Zuchtarbeit auf fruchtbare, vitale und langlebige Sauen positiv auswirkt, zeigen die aktuellen Ergebnisse der PIC-Nukleus- und Vermehrungsbetriebe.

Einen Einblick in die praktische Arbeit eines PIC-Vermehrungsbetriebes sowie das PIC-System gab Betriebsleiterin Ulrike Tiefensee (PIC-Vermehrungsbetrieb Schwarz). Mit einer Leistungssteigerung von 3 abgesetzten Ferkeln mehr in den letzten 2 Jahren, derzeit 27,4 abgesetzten Ferkeln je Sau und Jahr, und einer Umrauschquote von 8,1 % wird das genetische Potential der PIC-Sau bereits in der Vermehrung umgesetzt. Einige Tipps und Tricks, zum Beispiel das ausgeklügelte Fütterungssystem sowie das Hygienemanagement mit strikter Schwarz-Weiß-Trennung zeigte, wie hohe Leistungen erzielt werden. Auch die angeregte Diskussion nach diesem praktischen Einblick in die Zuchtarbeit macht deutlich, wie groß das Interesse der Schweineprofis ist, neue Ideen und Anregungen aufzugreifen, um die eigene Schweineproduktion zu verbessern.

Nach einem reichhaltigen Mittagessen gab Christian Meyer (Lehr- und Versuchsanstalt Futterkamp, Blekendorf) zunächst eine kurze Einführung, wie ein Flatdeckstall nicht gebaut werden sollte. Er betonte besonders, dass in unzähligen Ställen enorm viel Energie verschwendet wird, häufig jedoch das Klima im Tierbereich nicht dem Alter entsprechend angepasst ist. Wie die räumliche Aufteilung der Zonen Fressen, Ruhen, Trinken, Spielen in einem Flatdeck sinnvoll gebaut werden sollte, konnten sich die interessierten Teilnehmer sogleich beim gemeinsamen Stalldurchgang an konkreten Beispielen des Versuchsstalls in Futterkamp anschauen. Besonders gelungen war die Verknüpfung von Theorie und Praxis, wie zahlreiche Besucher abschließend vermerkten. Die kleinen Gruppen, die noch lange nach dem offiziellen Ende der Veranstaltung miteinander diskutierten, belegen dieses ebenfalls.


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