Home Informationen Über uns Leistungen Ansprechpartner Kontakt/Impressum
Suche
 

Management in der Schweinemast


- oft zu stiefmütterlich behandelt!!

Naja, und dann haben wir auch noch 1.500 Mastplätze. Nicht selten hört man diese Äußerung von Landwirten. Hier wird, selbst in größeren Beständen, offen demonstriert, dass die Schweinemast oft nebenbei läuft. Und wenn es dann mal nicht klappt, sind’s halt die Ferkel gewesen. Nur allzu oft muss der Ferkelerzeuger bei der Ursachenforschung von Problemen in der Mast als Sündenbock herhalten. Sicherlich ist die Qualität der selbst erzeugten oder zugekauften Mastferkel von großer Bedeutung für den Verlauf der Mast, in diesem Beitrag wollen wir jedoch über Einflussmöglichkeiten des Mästers auf den Erfolg in der Mast eingehen.

Mastferkel stellen Anforderungen an die verschiedensten Umweltfaktoren. Sie haben nicht nur einen Futterbedarf. Sie stellen weiter Anforderungen z. B. an die Haltung bzw. Aufstallung (incl. Klima), an die Betreuung und das hygienische Umfeld.

Weniger ist oft mehr – in Bezug auf die Belegedichte bewahrheitet sich diese Aussage täglich. Die seitens der Schweinehaltungsverordnung geforderten Platzvorgaben sind im Sinne hoher biologischer Leistungen als Untergrenze zu verstehen. Kurzfristig mag es sicherlich auch anders gehen, aber schon mittelfristig zahlt sich das Einhalten der Platzvorgaben aus. Viele Probleme gerade im Zusammenhang mit dem Auftreten von Circoviren oder auch im Verhalten (z. B. starke Aggressionen, Kannibalismus) haben ihren Ursprung in der Überbelegung. Denken Sie daran, jüngere Tiere haben einen größeren Bewegungsdrang als ältere Tiere, deshalb nicht zu Beginn der Mast doppelt aufstallen. Weiterhin hängt das relative Platzangebot eines Tieren auch von der Buchtengröße ab. Reichen z.B. in einer Bucht für 15 Tiere bei einem Gewicht von 80 kg noch 0.75 m2 aus, ist dieses Platzangebot in einer Bucht für nur 10 Tiere als relativ zu gering zu bewerten. In überbelegten Buchten steigt, insbesondere bei nicht ausreichendem Luftaustausch, die im Nahbereich der Tiere gemessene Temperatur stark an. Kreislaufprobleme bis hin zu Todesfällen können die Folge sein. Kann selbst unter den Verhältnissen einer Überbelegung der Luftaustausch sichergestellt werden, ist die Luftgeschwindigkeit oft so hoch, dass die Tiere sich erkälten.

Das Umstallen der Mastferkel in den Mastbereich ist neben der räumlichen Veränderung als eine Unterbrechung der Infektkette zu verstehen. Als solche sollten Sie diesen Vorgang auch zu gestalten. In Zeiten von PRRS, PIA PCV2 und Co. sind die Abteile immer komplett zu reinigen und zu desinfizieren. In Abhängigkeit des Ferkelbezuges und der räumlichen Möglichkeiten ist der jeweils zu reinigende und zu desinfizierende Bereich möglichst groß zu halten. Betriebs-Rein-Raus ist aus hygienischer Sicht allen vergleichbaren Verfahren überlegen, allerdings muss der Ferkelbezug sichergestellt sein. Spritzen Sie nach dem Verladen von Schlachttieren den Kot und Urin der verladenen Tiere nicht in noch belegte Abteile. Die Gefahr des Verbreitens von Salmonellen ist hierbei sehr groß. Die Gefahr steigt extrem an, wenn eventuell keimbelasteter Spritznebel durch eine Türganglüftung angesogen und in kompletten Abteilen verteilt wird.
Gerade im Hinblick auf den Gesundheitsstatus der Ferkel werden zum Teil erhebliche Zuschläge für große Partien aus einer Herkunft bezahlt. Ökonomisch gesehen kann es allerdings für den Mäster sinnvoll sein, die Ferkel aus mehreren Betrieben zu beziehen. Drei wichtige Voraussetzungen müssen dafür allerdings eingehalten werden:
1. Die Ferkelerzeuger müssen eine kontrollierte Herkunft bieten.
2. Der Mäster muss sein Handwerk verstehen und alles optimal auf die Ankunft der Ferkel vorbereiten.
3. Die Anzahl der Ferkelherkünfte sollte möglichst klein sein (kleiner 3 bis 4).

Gesundheit und Wohlbefinden ermöglicht den Tieren, eine in Abhängigkeit ihres Alters adäquate Nährstoffmenge zu fressen. Dies ist essentiell für hohe Mastleistungen, weit wichtiger jedoch für die Schlachtleistung. Zur Orientierung der angebotenen bzw. der verzehrten Nährstoffmenge dienen Futterkurven. Tiere, die nicht fressen, können auch nicht wachsen. Deshalb ist insbesondere im Vormastbereich alles zu unternehmen, damit die Tiere viele Nährstoffe aufnehmen. Das beginnt bei einem nährstoffreichen Futter (bzw. Futterbrei), geht über die Häufigkeiten der Mahlzeiten und endet bei der Futterhygiene. Die Tiere müssen sich beim Fressen sicher fühlen, dürfen nicht bedrängt oder gar aufgrund eines unzureichenden Tier/Fressplatzverhältnisses verbissen werden. Auf nicht zu hohem Zunahmeniveau sind Schweine sicherlich zu einer Kompensation nicht realisierter Tageszunahmen in der Lage, in Bezug auf den Stoffansatz jedoch nicht. Hier ist auch eine Ursache für fehlenden Muskelfleischansatz zu finden. Ein zu geringes Fleischmaß bzw. ungenügende Teilstückgewichte können in unzureichender Nährstoffaufnahme in der Jungendphase begründet sein.

Leider sind entsprechende die Mast betreffende Besonderheiten beim Verkauf der Mastschweine in der Regel vergessen. Ist es die Regel, dass Ferkelerzeuger mit einem Sauenplaner arbeiten, ist die Verwendung eines Mastplaners eher die Ausnahme. Hier wäre ein wichtiges Dokumentationssystem vorhanden, um bei einem Soll/Ist- Vergleich mögliche Ursachen für eine Abweichung finden zu können.

Ratgeber...

nach oben zurück Druckansicht