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01.01.2005
Organisierter Gesundheitsvorsprung, der sich auszahlt

Spezialisierungseffekte müssen optimal genutzt werden. Die zielgerichtete planerische Betriebsentwicklung ist Voraussetzung für eine gute Leistung im Stall und damit für eine angemessene Verzinsung des eingesetzten Kapitals. Klaus Westerhoff in Bedburg-Hau hat den Familienbetrieb in Teilschritten modernisiert und die Gesundheit entscheidend verbessert.

Klaus Westerhoff hat in Bedburg-Hau seinen Betrieb Schritt für Schritt umgestaltet, dabei vergrößert und gesundheitlich ganz nach vorne entwickelt. Gerade das hohe Gesundheitsniveau ist ein Stabilisator für Leistung und hilft die Kosten in Griff zu behalten. Der 36jährige Vater von 3 Kindern bewirtschaftet einen 50 ha-Betrieb mit z. Zt. 450 Sauen. Nach Abschluss der Aufstockung werden ca. 480 Sauen im Betrieb Platz finden.

Der Reihe nach ....
Die Grundlage schuf bereits der Vater des heutigen Betriebsinhabers, Kurt Westerhoff, als er den früheren Gemischtbetrieb mit 60 Sauen zu einem reinen Schweinebetrieb entwickelte. "Eine Spezialisierung war erforderlich, allein arbeitswirtschaftlich war anders keine Entwicklung möglich", betont Klaus Westerhoff heute.
Bereits in den 80er Jahren wurde ein neuer Abferkelstall gebaut. Es folgte ein Wartestall mit Abruffütterung für 90 Sauen. Der nächste nennens-werte Wachstumsschritt wurde in den 90er Jahren durch den Neubau eines Wartestalles und den Umbau zum neuen Deckzentrum möglich.
Als letzter größerer Bauabschnitt folgte im vergangenen Jahr der neue Flatdeckstall und ein letzter Umbau innerhalb der bestehenden Gebäude, der weiteren Platz für 148 Wartesauen schuf.

Klaus Westerhoff
Für Klaus Westerhoff ist damit – zumindest vorerst – der betriebliche Rahmen so gestaltet, dass die Abteilgrößen wieder sehr gut zueinander passen. Die arbeitswirtschaftlichen Voraussetzungen sind durch innerbetriebliche Optimierung der Abläufe so gestaltet, dass die "Arbeit" durch den Betriebsleiter, einen festen Mitarbeiter und einen Auszubildenden "gut zu bewältigen" ist. "Ich hatte immer vor, den Sauenbestand so weit aufzustocken, dass der Betrieb einen zusätzlichen Mitarbeiter voll tragen kann", begründet Klaus Westerhoff seine Entscheidungen, denn auf die Organisation der Arbeit legt er großen Wert. So werden mittwochs die Ferkel abgesetzt – auch, damit das Wochenende nicht mit Abferkelungen belegt ist. Bei Sauen, die bis Donnerstags nicht abgeferkelt haben, wird mit Prostaglandin die Geburt eingeleitet.

Ferkelaufzuchtstall neu bezogen
2003 wurde der neue Ferkelaufzuchtstall mit 2.100 Plätzen fertiggestellt. In Partnerschaft mit einem benachbarten Ackerbaubetrieb wurde der Stall in der Rechtsform einer KG ausgelagert, wobei selbstverständlich Klaus Westerhoff als Komplementär "die Fäden in der Hand behalten hat". Äußerst geräumig mit Hygieneschleuse und separatem "Büro" wurde dieser Bereich als hygienisch und rechtlich getrennte Einheit geplant.

Klaus Westerhoff weiß: "Das bringt einen enormen gesundheitlichen Vorteil." Die Zunahmen in der Ferkelaufzucht haben sich bei 460g eingependelt, so dass die Ferkel bereits mit ca. 9 Wochen über die EG Rheinland an 3 kurzgeschlossene Mäster geliefert werden können.

Seit 4 Jahren räudefrei
1997, als er seinen Betrieb auf PIC-Genetik umstellte, hat Klaus Westerhoff die Gelegenheit genutzt, durch den Zukauf von milbenfreien Jungsauen und Ebern den eigenen Bestand konsequent räudefrei zu machen. Dazu wurde der gesamte Bestand mit Dectomax behandelt. Wissenchaftlich begleitet wurde das Projekt durch eine Doktorarbeit der TiHo Hannover.
"Diese Sanierungsmaßnahme war eine Investition in die Zukunft, die ich sofort wiederholen würde, wenn ich noch mal vor der Frage stehen sollte", erklärt Klaus Westerhoff, "die Sauen sind viel ruhiger und es werden letztlich Medikamentenkosten eingespart."
Der ökonomische Aspekt ist dabei mitentscheidend. Letztlich wird das wirtschaftliche Ergebnis des Betriebes vor allem durch die Anzahl verkaufter Ferkel pro Sau und Jahr bestimmt. Klaus Westerhoff betont daher auch: "Ich muss die Ferkelverluste im Griff behalten, denn die Anzahl lebend geborener Ferkel ist nicht das Problem." Die räudefreien Sauen verhalten sich wesentlich ruhiger.
"Auch das hilft die Erdrückungsverluste entscheidend zu reduzieren", ergänzt Klaus Westerhoff.

Balancebuchten gegen Erdrückungsverluste
Als weiteres Plus betrachtet Klaus Westerhoff die neuen Abferkelbuchten, sog. "Balancebuchten". Beim Aufstehen der Sau wird durch Entlastung eines "Tasters" im Bodenbereich unter der Sau ein Ventil freigegeben, das den Aufenthaltsbereich der Ferkel automatisch absinken lässt. Von insgesamt 106 Abferkelbuchten sind inzwischen 46 umgerüstet worden. Die Mehrinvestition von ca. € 350 pro Stück scheint sich auszuzahlen. "Die Saugferkelverluste durch Erdrücken haben sich entscheidend verbessert, so dass sich die Mehrkosten nach ein paar Jahren amortisiert haben werden", bekräftigt Klaus Westerhoff.

Tierarztkosten im Griff behalten
Die Gesundheit ist das A&O des Westerhoff'schen Bestandes. Der separate Ferkelaufzuchtstall hat einen weiteren Schub zu mehr Gesundheit gebracht. Die räumliche Trennung der Aufzuchtferkel von der Sauenherde verhindert Reinfektionen und reduziert den Arzneimitteleinsatz. Im Sauenbereich wird z.T. auf homöopathische Mittel gesetzt: "Durch den Einsatz mehrerer homöopathischer Präparate einen Tag vor dem Abferkeln, während des Abferkelns und 24 Stunden nach dem Abferkeln habe ich quasi keine Sau mit Fieber mehr. Es ist preisgünstiger; es gibt keine Wartezeiten und es muss nicht alles aufgeschrieben werden", hebt Klaus Westerhoff die Vorteile hervor und schränkt zugleich ein: "Entscheidend ist das innerbetriebliche Betriebsmanagement, die Pülverchen können dann unterstützend wirken."

Leistung noch weiter optimierbar
Klaus Westerhoff ist auf einem guten Weg. Durchschnittlich 11,42 leb. geb. Ferkel (10,68 bei Jungsauen und 11,62 bei Altsauen) sprechen da für sich. "Wenn die Aufstockung abgeschlossen ist und der Bestand sich in einer besseren Altersstruktur befindet, werde ich sicher noch das eine oder andere Ferkel drauflegen können", blickt Klaus Westerhoff nach vorne und ergänzt, "wichtig ist dabei, dass die PIC mir weiterhin gesunde und leistungsfähige Jungsauen liefert".
Und auf die Frage, was er heute anders gemacht hätte, wenn er noch mal vor der Entscheidung stehen würde, antwortet Klaus Westerhoff nur: "Ich hätte früher bauen sollen."


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