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08.02.2008
PIC Deutschland unterstützt Forschungsvorhaben: Nachwuchsforschergruppe der Universität Kiel untersucht genetische Zusammenhänge des MMA-Komplexes beim Schwein Hinlänglich bekannt ist, dass bei der Entstehung des MMA-Komplexes Umweltfaktoren eine große Rolle spielen. Allerdings deuten auch mehrere Studien darauf hin, dass die Anfälligkeit für MMA genetisch festgelegt ist, dass also einige Sauen resistenter gegen die Erkrankung sind als andere. Mit der detaillierten Erforschung dieses Sachverhaltes beschäftigt sich die neu eingerichtete Nachwuchsforschergruppe "geMMA: Strukturelle und funktionelle Untersuchung der genetischen Variation des MMA-Syndroms" am Institut für Tierzucht und Tierhaltung der Universität Kiel. Die PIC Deutschland GmbH unterstützt dieses Forschungsprojekt aktiv durch die Bereitstellung von Blut- bzw. Gewebe- und Milchproben und der relevanten Verwandtschafts- und Leistungsinformationen sowie fachlicher Mitwirkung. Die wirtschaftliche Bedeutung des MMA-Komplexes ist erheblich, denn Gesäugeentzündungen und das daraus resultierende Versiegen der Milch verursachen generell geringere Zunahmen bei den Ferkeln, dadurch eine größere Anzahl kümmernder Ferkel und letztendlich erhöhte Ferkelverluste. Zudem kann die Erkrankung häufig Fruchtbarkeitsprobleme der Sau mit Konzeptionsstörungen und geringere Wurfgrößen nach sich ziehen. Somit gilt es, die Anfälligkeit gegen dieses Krankheitsbild möglichst gering zu halten. Die Ursachen dieser mehrfaktoriellen Erkrankung konnten bisher nicht abschließend eingegrenzt werden, somit besteht weiterhin erhöhter Forschungsbedarf. In den kommenden fünf Jahren wird dieses Projekt der Universität Kiel im Rahmen des FUGATO-plus-Programmes vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit fast einer Million Euro gefördert (FUGATO - Funktionelle Genomanalyse im tierischen Organismus). Die Arbeitsgruppe unter Leitung von Dr. Nicole Kemper, Fachtierärztin für Mikrobiologie, wird zunächst die beteiligten Erreger aus Sauenmilchproben identifizieren. Ein Schwerpunkt stellt dabei die Analyse von Escherichia coli dar, da diese Bakterienart sehr wahrscheinlich ein Hauptverursacher der MMA-Erkrankung ist. Im Anschluss daran werden DNA-Analysen bei erkrankten und nicht erkrankten Tieren vorgenommen, um über einen Vergleich der DNA-Muster für die Krankheit verantwortliche Gene zu entdecken. Auch Genvarianten, die erregerspezifische Resistenzen bedingen, sind hochinteressant, könnten sie doch züchterisch bei der Selektion genutzt werden. An den Untersuchungen werden neben der PIC Deutschland GmbH auch das Institut für Mikrobiologie und Tierseuchen an der Freien Universität Berlin sowie das Forschungsinstitut für die Biologie landwirtschaftlicher Nutztiere in Dummerstorf beteiligt sein. Dass dieser Ansatz Erfolg versprechend ist, zeigen Beispiele aus anderen Ländern: Während in Deutschland die genetische Krankheitsresistenz beim Schwein bisher züchterisch wenig genutzt wird, finden in den USA, in Kanada, Dänemark und der Schweiz natürliche Resistenzen gegen bestimmte Durchfallverursachende Escherichia coli-Stämme in die Selektionsprogramme Eingang. Die PIC ist weltweit führend in der Anwendung genetischer Marker in der Tierzucht (MAS - Marker-Assisted-Selection) und bezieht derzeit bereits 128 Marker in die BLUP-Zuchtwertschätzung ein, darunter auch diverse Marker für Wiederstandsfähigkeit. Prof. Dr. Georg Thaller, Professor für Tierzucht an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU), betont den Stellenwert des Forschungsvorhabens: "Die Vorteile der züchterischen Verwendung dieser Resistenzen liegen auf der Hand: Verminderte Erregerausscheidung, verbesserter Gesundheitsstatus und die Anhebung des Hygienestandards führen zur Leistungssteigerung, Verbesserung der Produktqualität, Reduktion von Verlusten und zu einem verminderten Antibiotika-Einsatz. Dadurch werden auch positive Effekte auf den Verbraucherschutz und die Akzeptanz gegenüber Lebensmitteln tierischer Herkunft erzielt. Gerade im Hinblick auf die Schwierigkeiten bei der MMA-Vorbeugung und -Bekämpfung sind neue Ansätze unbedingt erforderlich, um die Tiergesundheit langfristig zu verbessern und nachhaltig zur höheren Wirtschaftlichkeit beizutragen."
Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an: Dr. Holger Looft Phone: +49 (0)4621 543-15 Fax: +49 (0)4621 543-36 Mobile: +49 (0)171 7640 948
Mehr auch unter http://www.tierzucht.uni-kiel.de/aktuelles/geMMA.pdf |
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