
Juan Carlos Pinilla, Bruce Schafer, Marie-Claude Poulin, Andrew Coates und Noel Williams (v.l.n.r.) aus den USA informierten sich in Begleitung von Dr. Holger Looft (rts.), PIC Deutschland, u. a. im LVZ Futterkamp über Techniken der Gruppenhaltung.
Eine Gruppe von Zucht- und Produktions-Spezialisten der PIC USA hat sich umfassend in Kunden-Betrieben der PIC England und der PIC Deutschland über Gruppenhaltungssysteme für tragende Sauen informiert, um ihren Kunden in Nordamerika, für die Gruppenhaltung in der Regel Neuland ist, entsprechende Produktionsempfehlungen geben zu können.
Hintergrund des Besuches ist die Ankündigung des US-amerikanischen Fleischverarbeiters Smithfield Foods Inc. Ende Februar in den unternehmenseigenen Betrieben die Haltung von tragenden Sauen in Kastenställen abzuschaffen. Innerhalb der nächsten zehn Jahre soll komplett auf Gruppenhaltungen umgestellt werden. Nach dem Bekanntwerden der Pläne des größten US-Schweinefleischvermarkters kündigten auch der größte kanadische Schweinefleischerzeuger Maple Leaf Foods Inc. sowie die US-amerikanischen Konzerne Cargill Inc. und Tyson Foods Inc. eine Umstellung auf Gruppenhaltung an. Damit reagieren die Unternehmen auf den anhaltenden Druck von Tierschützern und Verbrauchern. Gesetzliche Haltungsvorgaben gibt es derzeit nicht. Die Entscheidungen reihen sich ein in die erfolgten Ankündigungen der Fast-Food Konzerne Burger King und McDonalds, mehr Fleisch von Lieferanten beziehen zu wollen, deren Tiere genügend Auslauf haben.
In Deutschland begann der Besuch der PIC-Gruppe im Lehr- und Versuchszentrum Futterkamp der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein, wo zunächst die Grundlagen sowie Vor- und Nachteile der derzeit gängigen Gruppenhaltungssysteme nicht zuletzt auch vor dem Hintergrund der Umsetzbarkeit in sehr großen nordamerikanischen Sauenbeständen diskutiert wurden. Anschließend wurden drei große PIC-Kundenbetriebe in Ost- und Westdeutschland besucht. Hier konnten sich die US-amerikanischen PIC-Spezialisten davon überzeugen, dass mit PIC-Sauen auch in der Gruppenhaltung mit unterschiedlichen Systemen herausragende Leistungen möglich sind. Einer der Betriebe erreicht unter verhältnismäßig einfachen Bedingungen 13 lebend geb. Ferkel/Wurf, ein anderer hat gerade 26 abgesetzte/Ferkel/Sau/Jahr erzielt. Der dritte Betrieb ist mit deutlich über 11 abgesetzten Ferkeln/Wurf auf dem Weg zu 28 abgesetzten Ferkeln/Sau/Jahr. Dies konnte durch Auswertungen aus der PIC-Vermehrung in Deutschland untermauert werden, in der Gruppenhaltungssysteme bei einem Durchschnitt der gesamten Vermehrung von 24,3 abgesetzten Ferkeln in der Tendenz sogar eher besser abschneiden.
Unter den vorherrschenden Produktionsbedingungen in Nordamerika wurden von den PIC-Experten im vorläufigen Resümee einfache Systeme mit Fressständen bzw. Fressliegeständen gegenüber aufwendigeren Systemen mit elektronischen Abrufstationen favorisiert.
Züchterisch hat die PIC bereits reagiert, erfasst seit einigen Jahren das Verhalten von Sauen in der Gruppenhaltung und berechnet dafür Zuchtwerte. Auch der in der Planung befindliche neue 3000 Sauen umfassende Nukleusbetrieb der PIC wird diesen Haltungsanforderungen sicherlich Rechnung tragen.