Maximierung des genetischen Fortschritts

Nutzung der Wissenschaft zur Maximierung des genetischen Fortschritts

Der Prozess der genetischen Verbesserung beginnt mit der exakten Messung der Leistungsunterschiede zwischen den Tieren – je höher die Datenqualität, desto besser. Auf diese Daten wenden wir dann intelligente Algorithmen an, um die besten Selektions- und Anpaarungsentscheidungen treffen zu können.

Die Basis unseres Zuchtprogramms ist die umfangreiche Datenerfassung. In unseren Zuchtbetrieben weltweit messen wir die Leistung jedes einzelnen Schweines. Wir nutzen sowohl die phänotypischen als auch die genotypischen Informationen dieser Elite-Tiere. Wir erheben Daten auf den Sauenbetrieben (Reproduktionsmerkmale), den Aufzucht- und Mastbetrieben (Wachstum, Effizienz und Robustheit) und auch auf Schlachthöfen (Schlachtkörper und Fleischqualität). Diese Daten aus unseren Zuchtbetrieben werden durch riesige Datenmengen aus der kommerziellen Produktion in Kundenbetrieben weltweit ergänzt. Durch die Einbeziehung dieser Produktionsdaten stellen wir sicher, dass wir die Elterntiere selektieren, deren Nachkommen sichere Leistungen in den verschiedenen Produktionsumgebungen realisieren.

Unser System umfasst derzeit:

  • 19,5 Millionen ausgewertete Tiere
  • 500.000 Millionen ‚Teilzuchtwert-Tier‘-Kombinationen
  • 400.000 genotypisierte Tiere

Neue Zuchtwerkzeuge werden auf diese Daten angewandt, um noch genauer auf die relevanten Merkmale selektieren zu können. So haben wir zum Beispiel in 2012 die Relationship-Based Genomic Selection – RBGS (Verwandtschaftsbasierte Genomische Selektion) in das PIC-Zuchtprogramm eingeführt. RBGS ersetzt in der Zuchtwertschätzung die traditionellen, auf dem Stammbaum eines Tieres basierenden Verwandtschaftsbeziehungen. Mit RBGS werden vielmehr die wahren genetischen Beziehungen, basierend auf den genomischen Informationen aus der Genotypisierung, zugrunde gelegt. Dies hat die Rate des Zuchtfortschritts im Vergleich zum traditionellen Ansatz im Schnitt um mehr als 35% beschleunigt, bezogen auf alle Merkmale und alle Linien bzw. Produkte. Umgerechnet auf ein Schlachtschwein bedeutet dies eine jährliche Gewinnsteigerung von 2,50 € bis 3,50 €.

Die nächste Innovationsstufe ist die Genom-Sequenzierung. Im November 2015 hat PIC hierzu die Zusammenarbeit mit dem Roslin Institute der Universität von Edinburgh begonnen. Dieses Projekt beschäftigt sich mit der Genomsequenzierung der PIC-Zuchtlinien. Das Schweine-Genom hat etwa drei Milliarden Nukleotide. Mit unserem derzeitigen genomischen Programm können wir 50.000 Genorte identifizieren, was nur ein kleiner Teil des gesamten Genoms ist. Wenn uns die Informationen des gesamten Genoms über die Sequenzierung zur Verfügung stehen, werden wir unser Verständnis für den Einfluss des Genotyps auf den Phänotyp deutlich verbessern, und damit die Selektionsgenauigkeit, also letztendlich den Zuchtfortschritt. Heute stehen uns bereits die vollständigen Genom-Sequenzierungsinformationen von mehr als 8.000 Elite-Tieren zur Verfügung, von denen wir uns eine weitere beträchtliche Erhöhung der Selektionsgenauigkeit erwarten.