Langlebigkeit, Effizienz und Nachhaltigkeit: Entscheidend für eine zukunftssichere Sauenhaltung.
Schweineproduktion im Wandel
Früher war die Zielsetzung klar: Mehr Schweine, schnelleres Wachstum, niedrigere Kosten. Doch diese Logik reicht heute nicht mehr. Energiepreise, Umweltvorgaben, Tierwohl und Arbeitskräftemangel fordern neue Antworten von der Praxis.
Die neue Realität: Nachhaltig ist, was dauerhaft wirtschaftlich bleibt
Laut FAO verursacht die Schweineproduktion weltweit rund 9 % der Treibhausgasemissionen der Nutztierhaltung. Gleichzeitig steigt der Druck von Handel und Verbrauchern: Neben Leistung zählen heute auch CO₂-Fußabdruck, Tiergesundheit und Herkunftsnachweise.

Die gute Nachricht: Mit der richtigen Genetik geht beides
PIC verfolgt bei der Zucht weiblicher Linien nicht das „Entweder-oder“, sondern das „Sowohl-als-auch“: hohe Leistung und Nachhaltigkeit. Die Mutterlinien Camborough® und DANIC® sind dafür entwickelt worden, unter realen Produktionsbedingungen Effizienz, Reproduktionsstärke und Tiergesundheit zu kombinieren – ohne dabei Kompromisse eingehen zu müssen.
Mehr erfahren: Die Rolle der Genetik für eine nachhaltigere Schweinefleischbranche – PIC Germany
Genetik, die messbar nachhaltiger ist
So spart moderne Zucht Futter, Emissionen und Ressourcen
Genetischer Fortschritt wirkt langfristig – und das Jahr für Jahr. Im Gegensatz zu Fütterung oder Management ist Genetik ein Hebel, der sich kumulativ auszahlt. Die Ergebnisse sprechen für sich:
- –12 % CO₂-Ausstoß pro Schwein (2016 → 2023)
- +3,5 Ferkel pro Sau Jahrzehnt mit Camborough®
- –9,8 kg Futter pro Mastschwein jährlich durch verbesserte Futterverwertung
- Höherer Magerfleischanteil – mehr Ausbeute, weniger Verluste
Diese Fortschritte sind nicht isoliert zu sehen: Eine bessere Futterverwertung reduziert den Bedarf an Komponenten wie Getreide, Mais und Soja – und damit Emissionen.
Vitalere Ferkel brauchen weniger Energie und Wasser.
Zusätzlich sinken die Umweltkosten je produziertem Kilogramm Fleisch durch die Steigerung von Qualität und Wert des Schlachtkörpers.
Wissenschaftliche Perspektive: Laut MacLeod et al. (2020, FAO) zählt die Steigerung der Produktivität je Sau zu den wirkungsvollsten Maßnahmen zur Senkung der Emissionsintensität in Schweineproduktion.

Mehr erfahren: PIC-Genetik reduziert die Treibhausgasemissionen europäischer Schweinefleischproduzenten um 7,7 % – PIC Germany
Kurz gesagt: Wer auf die richtige Sau setzt, spart automatisch Ressourcen – von der Ferkelerzeugung bis hin zum Schlachtschwein.
Längere Nutzungsdauer = besser genutzte Ressourcen
Jede zusätzliche Laktation rechnet sich mehrfach
Jede Jungsau verursacht Kosten – für Aufzucht, Futter, Impfungen, Eingliederung. Sauen früher auszutauschen heißt: mehr Aufwand, mehr Risiko, weniger Effizienz.
Die Praxis zeigt:
Schon ein zusätzliches Produktionsjahr resultiert in:
- einer Erhöhung der Lebensleistung,
- geringeren Kosten je produziertem Ferkel und
- weniger Antibiotikaeinsatz, da robuste Tiere seltener krank werden
Langlebigkeitskennzahlen:
Camborough®:
- 5 Nutzungszyklen in leistungsstarken Herden
- <8,5 % Sauenverluste in Hochleistungsbetrieben
- Hohe Verbleiberate auch in Gruppenhaltungssystemen mit Fokus auf Tierwohl

DANIC:
- Ø 9,9 % Verluste bei über 50.000 Sauen in Praxis-Betrieben
- < 8,7 % in den besten 25 % der Herden
- Durchgehend >35 abgesetzte Ferkel/Sau/Jahr über mehrere Zyklen

Jede Sau zählt: Warum Homogenität im Stall ein Vorteil ist
Stabile Leistung = einfacher managen, weniger Stress, mehr Erfolg
Ein einheitlichere Sauenherde bringt viele Vorteile: gleichmäßige Würfe, planbare Abläufe, einfache Gruppenhaltung. PIC arbeitet gezielt daran, die Leistungsspitze nicht nur zu erhöhen, sondern in der Breite zu etablieren.
Das bedeutet für die Praxis:
- Bessere Planbarkeit in Besamung und Abferkelung
- Weniger Tierverluste in kritischen Phasen
- Weniger manuelle Korrekturen im Management
- Höhere Wirtschaftlichkeit über alle Gruppen hinweg
Fallstudien von PIC Europe (2023) belegen: Systeme mit hoher Paritätsstruktur und niedriger Remontierungsrate produzieren mit 8 – 10 % geringeren THG-Emissionen als Systeme mit hoher Remontierung.
Mehr erfahren: Daten machen den Unterschied: PIC sucht nach Antworten auf die Umweltauswirkungen von Genetik – PIC Germany
Sauen wie Camborough® und DANIC® sind nicht nur auf Leistung, sondern auch auf Langlebigkeit gezüchtet – unterstützt durch stabile Fundamente, hohe Reproduktionsleistung und ein ausgeglichenes Temperament.
Clever füttern – nicht mehr
Zuchtfortschritt bei der Futterverwertung fördert Rentabilität und Nachhaltigkeit
Futter ist der größte Kostenfaktor – und der größte Emissionstreiber – in der Schweinehaltung. Je nach Region und Rationsgestaltung verursacht es 60–80 % der THG-Emissionen pro kg Schweinefleisch. Eine verbesserte Futtereffizienz ist daher der größte Hebel für Rentabilität und Umweltwirkung.
PIC geht über klassische FCR-Selektion hinaus: Futteraufnahme und Zunahmen werden einzeltierbezogen mit Hilfe automatisierter Fütterungs- und Wiegesysteme erfasst. Diese präzisen Daten fließen in einen Mehrmerkmal-Selektionsindex ein, der auch Schlachtkörperqualität, Robustheit und Reproduktion berücksichtigt – um Überselektion zu vermeiden.
Entwicklung der Futterverwertung:
Camborough®:
- 5 % FCR-Vorteil gegenüber regionalen EU-Benchmarks
- Kontinuierlicher Fortschritt: –0,015 FCR pro Jahr (10-Jahres-Trend)
- Hält Schlachtkörperqualität bei steigender Effizienz
DANIC:
- Verbindet Endmast-FCR-Vorteile mit mehr abgesetzten Ferkeln/Sau/Jahr
- Gleichmäßigere Würfe (weniger untergewichtige Ferkel)
- Ideal für Systeme mit hohem Output bei begrenzten Ressourcen
Eine niedrigere Futterverwertung bedeutet: Weniger Futter je produziertem kg Fleisch, geringerer Flächenbedarf, weniger Stickstoffausscheidung und geringere Emissionen. Damit wird der Ansatz der Kreislaufwirtschaft unterstützt – mit weniger Input und Verlusten in allen Stufen.
Laut Nguyen et al. (2011, Animal Science) kann eine Senkung der Futterverwertung um 0,1 die THG-Emissionen in Intensivsystemen um bis zu 5 % pro Schwein reduzieren.

Innovation für jeden Betrieb
Datenbasierte Werkzeuge, die Genetik noch wirksamer machen
Die Zukunft der Schweinehaltung sind nicht nur bessere Schweine – sondern bessere Entscheidungen. Genetisches Potenzial entfaltet sich nur, wenn es mit präzisen, frühzeitig erfassten Informationen verknüpft wird. Deshalb investiert PIC® gezielt in praxisnahe Innovationen: Technologien, die ihren Ursprung in den Betrieben der obersten Zuchtstufe haben – und auf dem Betrieb echten Mehrwert schaffen.
Technologien mit Wirkung:
- Digitale Beurteilung von Sauen: KI-gestützte Bildverarbeitung erfasst Beinstellung, Zitzenanzahl und Verhalten – präzisere Selektion von Jungsauen, insbesondere für die Gruppenhaltung.
- Monitoring von Verhalten: Videoanalyse erkennt frühzeitig Stress, Mobilitätsprobleme oder Leistungsabfälle – für proaktive Entscheidungen.
- GNX-Programm für die Mutterlinien: Verknüpft genetische Vorhersagen mit kommerziellen Leistungsdaten aus der Produktionsstufe – u. a. zu Langlebigkeit bzw. Abgangsgründen und -zeitpunkt, Futteraufnahme in der Laktation und Robustheit.
Innovationspipeline:
- PRRS-resistente Schweine: Aus Geneditierung – ohne CD163-Rezeptor, immun gegen PRRS-Infektion und -Übertragung
- Metabolomik-Profile: In Entwicklung – zur Vorhersage von Immunrobustheit, Laktationseffizienz und Fruchtbarkeit anhand blutbasierter Marker
- Semen-Sexing: In Arbeit – für geschlechtsspezifische Würfe je nach Produktionsausrichtung (z. B. Jungsauenaufzucht vs. Endmast)
Alle diese Werkzeuge sind skalierbar, praxistauglich und benötigen keine Spezialinfrastruktur – sie werden bereits im weltweiten Netzwerk der PIC-Betriebe erfolgreich eingesetzt.
Interne PIC-Daten aus über 500 Betrieben mit digitaler Phänotypisierung zeigen eine 15 – 20 % höhere Genauigkeit bei der Jungsauen-Selektion im Vergleich zu konventionellen Verfahren (Selekteur).

Mehr erfahren: Innovative Technologien für robuste Tiere und nachhaltige Produktion – PIC Germany
Fazit: Zukunftssicherheit beginnt im Deckzentrum
Die richtige Genetik ist kein Kostenfaktor – sie ist ein Erfolgsfaktor
Ställe und Futter kann man nur bis zu einem gewissen Punkt optimieren. Danach entscheidet die Genetik über Effizienz, Tiergesundheit und Rentabilität.
Mit Sauen wie der Camborough® und der DANIC® haben Betriebe Werkzeuge in der Hand, um:
- besser mit Anforderungen der Umwelt und des Marktes umzugehen,
- nachhaltiger und wirtschaftlicher zu produzieren,
- und langfristig konkurrenzfähig zu bleiben.