Zukunft sichern mit der richtigen Sauengenetik 

Langlebigkeit, Effizienz und Nachhaltigkeit: Entscheidend für eine zukunftssichere Sauenhaltung. 

Schweineproduktion im Wandel 

Früher war die Zielsetzung klar: Mehr Schweine, schnelleres Wachstum, niedrigere Kosten. Doch diese Logik reicht heute nicht mehr. Energiepreise, Umweltvorgaben, Tierwohl und Arbeitskräftemangel fordern neue Antworten von der Praxis. 

Die neue Realität: Nachhaltig ist, was dauerhaft wirtschaftlich bleibt 

Laut FAO verursacht die Schweineproduktion weltweit rund 9 % der Treibhausgasemissionen der Nutztierhaltung. Gleichzeitig steigt der Druck von Handel und Verbrauchern: Neben Leistung zählen heute auch CO₂-Fußabdruck, Tiergesundheit und Herkunftsnachweise. 

Bildquelle:UNO, 2023. Wege zu geringeren Emissionen – Eine globale Bewertung der Treibhausgasemissionen und Minderungsoptionen aus der Tierhaltung in Agrar- und Ernährungssystemen. Rom

Die gute Nachricht: Mit der richtigen Genetik geht beides 

PIC verfolgt bei der Zucht weiblicher Linien nicht das „Entweder-oder“, sondern das „Sowohl-als-auch“: hohe Leistung und Nachhaltigkeit. Die Mutterlinien Camborough® und DANIC® sind dafür entwickelt worden, unter realen Produktionsbedingungen Effizienz, Reproduktionsstärke und Tiergesundheit zu kombinieren – ohne dabei Kompromisse eingehen zu müssen. 

Mehr erfahren: Die Rolle der Genetik für eine nachhaltigere Schweinefleischbranche – PIC Germany

Genetik, die messbar nachhaltiger ist 

So spart moderne Zucht Futter, Emissionen und Ressourcen 

Genetischer Fortschritt wirkt langfristig – und das Jahr für Jahr. Im Gegensatz zu Fütterung oder Management ist Genetik ein Hebel, der sich kumulativ auszahlt. Die Ergebnisse sprechen für sich: 

  • –12 % CO₂-Ausstoß pro Schwein (2016 → 2023) 
  • +3,5 Ferkel pro Sau Jahrzehnt mit Camborough® 
  • –9,8 kg Futter pro Mastschwein jährlich durch verbesserte Futterverwertung 
  • Höherer Magerfleischanteil – mehr Ausbeute, weniger Verluste 

Diese Fortschritte sind nicht isoliert zu sehen: Eine bessere Futterverwertung reduziert den Bedarf an Komponenten wie Getreide, Mais und Soja – und damit Emissionen. 

Vitalere Ferkel brauchen weniger Energie und Wasser. 

Zusätzlich sinken die Umweltkosten je produziertem Kilogramm Fleisch durch die Steigerung von Qualität und Wert des Schlachtkörpers. 

Wissenschaftliche Perspektive: Laut MacLeod et al. (2020, FAO) zählt die Steigerung der Produktivität je Sau zu den wirkungsvollsten Maßnahmen zur Senkung der Emissionsintensität in Schweineproduktion. 

Mehr erfahren: PIC-Genetik reduziert die Treibhausgasemissionen europäischer Schweinefleischproduzenten um 7,7 % – PIC Germany

Kurz gesagt: Wer auf die richtige Sau setzt, spart automatisch Ressourcen – von der Ferkelerzeugung bis hin zum Schlachtschwein. 

Längere Nutzungsdauer = besser genutzte Ressourcen 

Jede zusätzliche Laktation rechnet sich mehrfach 

Jede Jungsau verursacht Kosten – für Aufzucht, Futter, Impfungen, Eingliederung. Sauen früher auszutauschen heißt: mehr Aufwand, mehr Risiko, weniger Effizienz. 

Die Praxis zeigt: 

Schon ein zusätzliches Produktionsjahr resultiert in: 

  • einer Erhöhung der Lebensleistung, 
  • geringeren Kosten je produziertem Ferkel und 
  • weniger Antibiotikaeinsatz, da robuste Tiere seltener krank werden 

Langlebigkeitskennzahlen: 

Camborough®: 

  • 5 Nutzungszyklen in leistungsstarken Herden 
  • <8,5 % Sauenverluste in Hochleistungsbetrieben 
  • Hohe Verbleiberate auch in Gruppenhaltungssystemen mit Fokus auf Tierwohl 

DANIC: 

  • Ø 9,9 % Verluste bei über 50.000 Sauen in Praxis-Betrieben 
  • < 8,7 % in den besten 25 % der Herden 
  • Durchgehend >35 abgesetzte Ferkel/Sau/Jahr über mehrere Zyklen 

Jede Sau zählt: Warum Homogenität im Stall ein Vorteil ist 

Stabile Leistung = einfacher managen, weniger Stress, mehr Erfolg 

Ein einheitlichere Sauenherde bringt viele Vorteile: gleichmäßige Würfe, planbare Abläufe, einfache Gruppenhaltung. PIC arbeitet gezielt daran, die Leistungsspitze nicht nur zu erhöhen, sondern in der Breite zu etablieren. 

Das bedeutet für die Praxis: 

  • Bessere Planbarkeit in Besamung und Abferkelung 
  • Weniger Tierverluste in kritischen Phasen 
  • Weniger manuelle Korrekturen im Management 
  • Höhere Wirtschaftlichkeit über alle Gruppen hinweg 

Fallstudien von PIC Europe (2023) belegen: Systeme mit hoher Paritätsstruktur und niedriger Remontierungsrate produzieren mit 8 – 10 % geringeren THG-Emissionen als Systeme mit hoher Remontierung. 

Mehr erfahren: Daten machen den Unterschied: PIC sucht nach Antworten auf die Umweltauswirkungen von Genetik – PIC Germany 

Sauen wie Camborough® und DANIC® sind nicht nur auf Leistung, sondern auch auf Langlebigkeit gezüchtet – unterstützt durch stabile Fundamente, hohe Reproduktionsleistung und ein ausgeglichenes Temperament. 

Clever füttern – nicht mehr 

Zuchtfortschritt bei der Futterverwertung fördert Rentabilität und Nachhaltigkeit 

Futter ist der größte Kostenfaktor – und der größte Emissionstreiber – in der Schweinehaltung. Je nach Region und Rationsgestaltung verursacht es 60–80 % der THG-Emissionen pro kg Schweinefleisch. Eine verbesserte Futtereffizienz ist daher der größte Hebel für Rentabilität und Umweltwirkung. 

PIC geht über klassische FCR-Selektion hinaus: Futteraufnahme und Zunahmen werden einzeltierbezogen mit Hilfe automatisierter Fütterungs- und Wiegesysteme erfasst. Diese präzisen Daten fließen in einen Mehrmerkmal-Selektionsindex ein, der auch Schlachtkörperqualität, Robustheit und Reproduktion berücksichtigt – um Überselektion zu vermeiden. 

Entwicklung der Futterverwertung: 

Camborough®: 

  • 5 % FCR-Vorteil gegenüber regionalen EU-Benchmarks 
  • Kontinuierlicher Fortschritt: –0,015 FCR pro Jahr (10-Jahres-Trend) 
  • Hält Schlachtkörperqualität bei steigender Effizienz 

DANIC: 

  • Verbindet Endmast-FCR-Vorteile mit mehr abgesetzten Ferkeln/Sau/Jahr 
  • Gleichmäßigere Würfe (weniger untergewichtige Ferkel) 
  • Ideal für Systeme mit hohem Output bei begrenzten Ressourcen 

Eine niedrigere Futterverwertung bedeutet: Weniger Futter je produziertem kg Fleisch, geringerer Flächenbedarf, weniger Stickstoffausscheidung und geringere Emissionen. Damit wird der Ansatz der Kreislaufwirtschaft unterstützt – mit weniger Input und Verlusten in allen Stufen. 

Laut Nguyen et al. (2011, Animal Science) kann eine Senkung der Futterverwertung um 0,1 die THG-Emissionen in Intensivsystemen um bis zu 5 % pro Schwein reduzieren. 

Innovation für jeden Betrieb 

Datenbasierte Werkzeuge, die Genetik noch wirksamer machen 

Die Zukunft der Schweinehaltung sind nicht nur bessere Schweine – sondern bessere Entscheidungen. Genetisches Potenzial entfaltet sich nur, wenn es mit präzisen, frühzeitig erfassten Informationen verknüpft wird. Deshalb investiert PIC® gezielt in praxisnahe Innovationen: Technologien, die ihren Ursprung in den Betrieben der obersten Zuchtstufe haben – und auf dem Betrieb echten Mehrwert schaffen. 

Technologien mit Wirkung: 

  • Digitale Beurteilung von Sauen: KI-gestützte Bildverarbeitung erfasst Beinstellung, Zitzenanzahl und Verhalten – präzisere Selektion von Jungsauen, insbesondere für die Gruppenhaltung. 
  • Monitoring von Verhalten: Videoanalyse erkennt frühzeitig Stress, Mobilitätsprobleme oder Leistungsabfälle – für proaktive Entscheidungen. 
  • GNX-Programm für die Mutterlinien: Verknüpft genetische Vorhersagen mit kommerziellen Leistungsdaten aus der Produktionsstufe – u. a. zu Langlebigkeit bzw. Abgangsgründen und -zeitpunkt, Futteraufnahme in der Laktation und Robustheit. 

Innovationspipeline: 

  • PRRS-resistente Schweine: Aus Geneditierung – ohne CD163-Rezeptor, immun gegen PRRS-Infektion und -Übertragung 
  • Metabolomik-Profile: In Entwicklung – zur Vorhersage von Immunrobustheit, Laktationseffizienz und Fruchtbarkeit anhand blutbasierter Marker 
  • Semen-Sexing: In Arbeit – für geschlechtsspezifische Würfe je nach Produktionsausrichtung (z. B. Jungsauenaufzucht vs. Endmast) 

Alle diese Werkzeuge sind skalierbar, praxistauglich und benötigen keine Spezialinfrastruktur – sie werden bereits im weltweiten Netzwerk der PIC-Betriebe erfolgreich eingesetzt. 

Interne PIC-Daten aus über 500 Betrieben mit digitaler Phänotypisierung zeigen eine 15 – 20 % höhere Genauigkeit bei der Jungsauen-Selektion im Vergleich zu konventionellen Verfahren (Selekteur). 

Mehr erfahren: Innovative Technologien für robuste Tiere und nachhaltige Produktion – PIC Germany 

Fazit: Zukunftssicherheit beginnt im Deckzentrum

Die richtige Genetik ist kein Kostenfaktor – sie ist ein Erfolgsfaktor 

Ställe und Futter kann man nur bis zu einem gewissen Punkt optimieren. Danach entscheidet die Genetik über Effizienz, Tiergesundheit und Rentabilität. 

Mit Sauen wie der Camborough® und der DANIC® haben Betriebe Werkzeuge in der Hand, um: 

  • besser mit Anforderungen der Umwelt und des Marktes umzugehen, 
  • nachhaltiger und wirtschaftlicher zu produzieren, 
  • und langfristig konkurrenzfähig zu bleiben.