Der Caliper: Neuer Maßstab in der Konditionsbeurteilung der Sau

Sauenkondition: Entscheidender Faktor für die Wirtschaftlichkeit in der Ferkelproduktion

Eine effiziente Sauenherde ist die Voraussetzung für eine wirtschaftliche Ferkelproduktion. Für den Betriebserfolg entscheidend sind neben dem Ertrag (verkaufte Ferkel) die entstandenen Produktionskosten. Der Fütterung kommt in diesem Zusammenhang eine besondere Bedeutung zu, da 60 % der direkten Kosten in der Ferkelerzeugung auf die Futterkosten, ca. 30% auf das Sauenfutter entfallen. Allein 100 g NT-Futter pro Tag mehr je Sau bedeuten für einen Betrieb mit 500 Sauen Mehrkosten von rund 4.000 €. Bei 250 g pro Tag zuviel sind es schon rund 10.000 €.
Nicht nur die Futterkosten selbst beeinflussen das Betriebsergebnis, auch die Auswirkungen einer überkonditionierten Herde auf die biologische Leisstung sind nicht außer Acht zu lassen. Eine übermäßige Fütterung in der Trächtigkeit reduziert die Futteraufnahme während der Laktation und führt zu einer geringeren Kolostrum- und Milchproduktion. Darüber hinaus verlieren überkonditionierte Tiere während der Laktation mehr Gewicht und die Wahrscheinlichkeit einer geringen Fortpflanzungsleistung im darauffolgenden Zyklus steigt. Letztlich kann dies zu einer höheren Ausfallrate aufgrund von Fruchtbarkeitsproblemen und/oder Muskel-Skelett-Problemen führen.

Regelmässige Konditionsbeurteilung

Sauen sollten direkt nach dem Absetzen – spätestens nach der Wiederbelegung – in Konditionsklassen (Body-Condition-Scoring – BSC) eingestuft werden, um das Fütterungsniveau einzustellen, ideal ist ein BCS von 3. Oft setzen Betriebe auf das Werkzeug „Augenmaß“. In Abhängigkeit vom Typ der Sau führt dies jedoch häufig zu Fehleinschätzungen. Wichtig ist eine regelmäßige, objektive Beurteilung (Messung) der Kondition, auch um das Auge zu schulen. Hierfür stehen verschiedene Werkzeuge wie z.B. das PIC-Maßband (für Jungsauen), die Waage oder auch die Ultraschall-Speckmessung zur Verfügung, wobei Waage und Ultraschall relativ teures Equipment benötigen und insbesondere Wiegungen recht arbeitsaufwändig sind. Schneller, aber genuso präzise geht es mit dem so genannten Caliper.

Einfach zu handhaben: Der Caliper

„Caliper“ ist das englische Wort für „Messschieber“/“Messzange“/“Schieblehre“, und ähnlich wie eine Schieblehre, wie man sie von Architekten und technischen Ingenieuren kennt, funktioniert der Caliper für die Sauenkonditionsbeurteilung. Es wird hier allerdings die Winkelung des Rückens gemessen, der je nach Ernährungszustand der Sau unterschiedlich stark ausgeprägt ist. Das Instrument wurde von Dr. Mark Knauer an der University of North Carolina entwickelt und zeichnet sich durch seine überaus simple Handhabung aus: In Höhe der letzten Rippe auf den Rücken der Sau auflegen, ablesen, dokumentieren – fertig! Die Skala auf dem Caliper zeigt die jeweilige Konditionsstufe an.

Mit dem Caliper bietet PIC ein einfach zu handhabendes Werkzeug, das die regelmäßige Konditionsbeurteilung wesentlich erleichert und somit ermöglicht, die wichtige Konditionsbeurteilung zum einen leichter in die Arbeitsabläufe zu integrieren und zum anderen häufigere Messungen – idealerweise zum Zeitpunkt des Absetzen, um den 30., den 60. und um den 90. Trächtigkeitstag – durchzuführen anstatt nur ein- oder zweimal im Verlaufe der Trächtigkeit.

Sie wollen mehr zum Caliper erfahren?
Nehmen Sie Kontakt auf zu Christiane Tülp, Technical Service PIC
Email: christiane.tuelp@genusplc.com

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