Tipps für die Umsetzung eines erfolgreichen Sauenfütterungsprogramms

„Ideale Körperkondition“ – nicht nur beim Menschen das angestrebte Ziel … In der Sauenhaltung sind ideal konditionierte Sauen besonders wichtig, da sie die Leistung der Herde maximieren und im Vergleich zu dünnen oder fetten Sauen eine größere Chance haben, eine hohe Lebensleistung zu erreichen. Ein neues Fütterungskonzept muss schrittweise und systematisch für die gesamte Herde eingeführt werden, um plötzliche Veränderungen der Körperkondition während der bei den tragenden Sauen zu vermeiden. In diesem Artikel konzentrieren sich unsere Ernährungs- und Reproduktionsexperten auf die fünf wesentlichen Schritte zur Einführung eines erfolgreichen Fütterungsprogramms für Sauen. 

Konditionsbeurteilung

PIC empfiehlt, die Körperkondition zu vier Zeitpunkten zu überprüfen, am besten mit einem Messschieber (Caliper):

  1. Absetzen
  2. Trächtigkeitskontrolle (~30 Tage Trächtigkeit)
  3. 90 Tage Trächtigkeit: In der Gruppenhaltung ggf. visuelle Einschätzung
  4. Abferkeln

Das PIC empfiehlt nicht, Jungsauen nach ihrem Körperzustand zu kategorisieren und zu füttern. Die Bewertung der Körperkondition wird idealerweise von zwei Personen durchgeführt: Eine Person nimmt die Bewertung vor und markiert die Sauen entsprechend und die andere Person stellt die Futtermenge (neu) ein und dokumentiert die Ergebnisse. Versuchen Sie, dies morgens zur Fütterungszeit zu tun und die Sauen stehen. Bei zentraler Steuerung der Fütterung kann eine Person alleine diese Aufgabe erledigen.

Selektion und Qualitätskontrolle

Das Management der Körperkondition beginnt ab der Erstbelegung. Um den Jungsauen einen guten Start zu ermöglichen, sollten Sie sicherstellen, dass die Jungsauen vor der Erstbelegung die folgenden vier Kriterien erfüllen:

  • Alter bei Eintritt der Pubertät: Mindestens 1 dokumentierte Rausche bis zum Alter von 195 Tagen
  • Anzahl der Brunstperioden bei der ersten Belegung: Belegen Sie Jungsauen ab der zweiten festgestellten Brunst
  • Alter bei Erstbelegung: Jungsauen im Alter von 200-225 Tagen belegen
  • Körpergewicht bei Erstbelegung: 135-160 kg Körpergewicht 
    • Die PIC empfiehlt bei Jungsauen vor dem ersten Abferkeln nicht die Verwendung eines Messschiebers (Calipers). Benutzen Sie stattdessen ein Flankenband.

Wenn Sauen beim Absetzen oder bei der Wiederbelegung extrem dünn sind (unter der Caliper-Markierung „Dünn“), sollten sie nicht belegt werden. Sind es Sauen zum dritten oder früheren Wurf, sollten Sie eine Rausche bis zur Wiederbelegung auslassen. Wenn Sauen zum Zeitpunkt des Absetzens oder der Wiederbelegung extrem fett sind (über der Caliper-Markierung „Fett“), sollten Sie deren bisherigen Leistungen zu Rate ziehen, um ggf. Reproduktionsprobleme zu identifizieren. Sind es Sauen zum fünften oder höheren Wurf, sollten Sie in Erwägung ziehen, diese Sauen nicht wieder zu belegen, wenn genügend Jungsauen zur Remontierung zur Verfügung stehen..

Organisation der Absetz- und Belegegruppen

  • Wenn Sie Sauen aus dem Abferkelbereich in den Absetzbereich bringen, gruppieren Sie Erste-Wurf-Sauen und dünne Sauen zusammen, um folgende Bereiche zu optimieren:
    • Intervall zwischen Absetzen und Belegen (Güstzeit)
    • Eberkontakt
    • Anpassung der Fütterung
  • Wenn Sie abgesetzte Sauen in das Deckzentrum oder Sauen in den Bereich der tragenden Sauen bringen, gruppieren Sie die Sauen nach Körperzustand, um
    • die spätere Beurteilung der Körperkondition,
    • Fütterungszeitstress und die
    • Erholung der Körperkondition bei dünnen Sauen
      zu erleichtern.

Anpassung und Kalibrierung der Fütterung

Passen Sie die Fütterungsmenge unmittelbar nach der Bewertung der Körperkondition an. 

  • Passen Sie die Futtermengen parallel zur Konditionsbewertung mittels Caliper an.
    • Lesen Sie die PIC-Empfehlungen zur Fütterungsmenge für das Konditionsmanagement.
  • Die falsche Einstellung der Fütterung ist eine der häufigsten Fehlerquellen in Betrieben. 
    • Bei einer elektronischen Abruffütterung passen Sie die Futterkurve im System an.
  • Die Organisation der Gruppen im Deckzentrum auf der Grundlage der Körperkondition hilft bei der wöchentlichen Justierung der Fütterung.
  • Füttern Sie Jungsauen nie unter der von PIC empfohlenen Basismenge, unabhängig von ihrem Körpergewicht bei der Belegung.

Dokumentation der Daten zur Körperkondition

  • Dokumentieren Sie alle Daten zur Körperkondition und markieren Sie die Sauen deutlich entsprechend der festgestellten Körperkondition.
  • Erstellen Sie einen Zeitplan, um die dünnen Sauen erneut zu bewerten, und füttern Sie sie auf dem Basisniveau, sobald ihre Körperkondition wieder ideal ist.

Bitte bedenken Sie: Auch wenn das Konditionsmanagement der beste Weg ist, ein erfolgreiches Sauenfütterungsprogramm zu implementieren, wird es mindestens einen vollen Zyklus im Abferkelstall benötigen, um die Herde in den idealen Zustand zu bringen.